Globale Themen

Zinsängste verstärken sich

USD

EUR USD (1,2340)

Die leicht positiven US-Fundamentaldaten des gestrigen Handelstages (Philly-Fed-Index wider Erwarten etwas höher, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe wie prognostiziert) können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich gestern auch zahlreiche Bedenkenträger zu Wort meldeten: Der Internationale Währungsfonds sieht Gefahren für die Weltwirtschaft heraufziehen. Ähnlich gestaltet sich die Lage in Europa, wo unter anderem das gestern vorgestellte Frühjahrsgutachten zunächst für positive Impulse sorgte. Gegenüber dem vergangenen Lagebericht im Herbst 2017 rechnen Ökonomen nun mit einem höheren Wirtschaftswachstum für das laufende und das kommende Jahr. Aus ihrer Sicht erhöhen sich dadurch aber auch die Risiken. Die zuletzt gestiegene, hohe Kapazitätsauslastung der Unternehmen sei eines, ein Mangel an verfügbaren Fachkräften ein anderes.
Sowohl in Europa als auch in Übersee rutschten die Aktienmärkte gestern ins Minus. Die Renditen am Anleihemarkt machten hingegen einen mächtigen Satz nach oben. Anleger fürchten einen drohenden Konjunkturabschwung. Die bereits gestern erwähnte BofA Merrill Lynch Fondsmanager-Umfrage ergab, dass für diese Akteure das derzeit größte Risiko ein Handelskrieg zwischen den USA und China darstelle. Dies bedeutet in gewisser Hinsicht aber auch, dass sich Investoren, wenn sie sich vor etwas fürchten, zumindest teil- bzw. zeitweise bereits dagegen abgesichert haben dürften. Unabhängig davon sind zahlreiche Marktteilnehmer der Meinung, ein Handelskrieg werde wohl auch auf die US-Zinserwartungen abfärben. Für Erwartungen gilt natürlich dasselbe wie für die zuvor angesprochenen Ängste. Sie dürften in gewissem Maße längst eingepreist sein. Das CME FedWatch Tool zeigt beispielsweise, dass der Handel den nächsten Zinsschritt mit einer impliziten Wahrscheinlichkeit von rund 95 Prozent im Juni kommen sieht und Akteure zunehmend im laufenden Jahr mit einen Szenario von insgesamt vier Zinsschritten rechnen. Überdies signalisiert die Rendite 10-jähriger inflationsgeschützter Anleihen die höchste Inflationserwartung seit September 2014. Wer nun daraus ableitet, der Dollar hätte von dem Ganzen profitieren können, irrt. Er verharrt weiter innerhalb seiner nicht einmal 100 Stellen umfassenden Wochen-Range und damit auch nach wie vor in der bekannten Konsolidierungszone zwischen 1,2155 und 1,2555.

GBP

EUR GBP (0,8765)

Dass die britischen Einzelhandelsumsätze wahrscheinlich einen deutlichen Dämpfer erleiden würden, hatte sich schon in der jüngsten Visa-Umfrage zu Wochenbeginn angedeutet,. Dämpfer klingt dabei allerdings leicht untertrieben, denn mit einem Minus von 1,2 Prozent im März gegenüber dem Vormonat trat ein noch deutlich schlechterer Wert als das erwartete Minus von 0,6 Prozent zu Tage. Die Kernrate erwies sich als weitere Enttäuschung. Schuld soll vor allen Dingen der ungewöhnlich harte Winter gewesen sein – ein Umstand, den man bei den Vorhersagen offensichtlich unterschätzt hat. Die schwachen Daten könnten die Bank of England nun von einem Zinsschritt im Mai abbringen. Der Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, deutete dies gestern zumindest im Sender BBC an, woraufhin das Pfund sofort einknickte. Seitdem sich der Euro von unserer 0,8620/25er Schlüsselunterstützung abgestoßen hat, zeigt er eindrucksvolle Stärke, die ihn nun sogar bis jenseits des 0,8800er Widerstandes zurück auf die hohen Niveaus der ersten März-Hälfte führen könnte.

CHF

EUR CHF (1,2000)

Das „Trauma der Franken-Überbewertung“ sei überstanden, feierten Marktkommentatoren den jüngsten Sprung über die 1,20er Marke. Doch welche Botschaft steckt wirklich hinter diesem Kursanstieg? Sind etwa schon Auswirkungen von Händleraktionen zu spüren, die sich in Erwartung einer geldpolitischen Straffung im Euroraum positionieren und den Euro dadurch Aufwind verschaffen? Liegt es vielleicht eher am Franken, dessen Währungshüter rigoros am negativen Leitzins von minus 0,75 Prozent festhalten wollen und dessen aktuelle Schwäche manche Händler damit begründen, dass sich russische Oligarchen aufgrund der jüngsten Turbulenzen um US-Sanktionen genötigt sehen könnten, ihr Vermögen aus der Schweiz abzuziehen? Wie auch immer, die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte an der Kursbewegung Gefallen finden, denn sie hält ein rekordverdächtig hohes Volumen an Devisenreserven, die sich Ende vergangenen Jahres umgerechnet auf gut 744 Milliarden Franken türmten.
Wir rechnen mit Fortsetzung des Aufwärtstrends in Richtung 1,2015 und darüber hinaus bis 1,2050, solange die Unterstützung bei 1,1880 (angehoben) nicht verletzt wird.

PLN

EUR PLN (4,1640)

Die Produzentenpreise haben im Monat März einen satten Sprung gegenüber dem Vormonat (der Februar lag bei -0,2 %) vollzogen. Der PPI stieg um 0,4 Prozent und lag damit um 0,3 Prozentpunkte über den Erwartungen des Marktes. Auch die Industrieproduktion enttäuschte. Sie lag im Jahresvergleich bei 1,8 Prozent. Erwartet wurde im Mittel jedoch ein Plus von 2,9 Prozent. Obgleich die Zahlen nicht dem entsprachen, was Akteure sich erhofft hatten, reagierten Zloty-Händler mit Gelassenheit auf die Daten. Der Euro bleibt anfällig, auf 4,1365 abzudriften, muss zur Stabilisierung aber lediglich die 4,1720er Marke überwinden.

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