Globale Themen

Brexit-Minister: Kein Abkommen, kein Geld!

USD

EUR USD (1,1775)

Sieht man einmal davon ab, dass Finanzmarktteilnehmer sich schon seit Monaten permanent (und seit ein paar Wochen sehr speziell) mit dem Bitcoin und seinen unglaublichen Kursausschlägen beschäftigen, dürfte am Freitag ihr Hauptaugenmerk auf die USA gerichtet gewesen sein. Die politischen Vorkommnisse und der ökonomische Datenkalender ließen in den vergangenen Handelstagen praktisch auch gar nichts anderes zu, als den Blick nach Übersee zu richten. Dies wird sich in den nächsten Tagen, angesichts der am Dienstag und Mittwoch tagenden US-Notenbank, wohl auch nicht so schnell ändern. Am Freitag konzentrierte sich der Markt voll und ganz auf den US-Arbeitsmarktbericht, was nicht nur an den soliden Zahlen lag, die für den Berichtsmonat November präsentiert wurden: Die Beschäftigung stieg stärker als erwartet, jedoch kann die Lohnentwicklung mit dem Tempo des Stellenwachstums immer noch nicht Schritt halten. Ein Umstand, der US-Notenbankern zwar ganz und gar nicht behagt, sie aber andererseits auch nicht daran hindern wird, am kommenden Mittwoch die Zinsen um ein weiteres Viertelprozent anzuheben. Dies ist aber, solange keine Anhebung von 50 Basispunkten erfolgt (die Chancen dafür werden derzeit vom Markt mit knapp zehn Prozent angesetzt), bereits fest von Händlern eingepreist. Abgesehen davon dürfte es kurz vor den Weihnachtsfeiertagen nochmal spannend werden. Präsident Donald Trump hatte am Freitag – praktisch auf den letzten Drücker – den Gesetzestext des US-Kongresses zur Vermeidung eines „Government Shutdown” unterschrieben. Damit wurde der Bundeshaushalt für zunächst zwei Wochen mit ausreichend Geld versorgt. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Ob zwei Tage vor Weihnachten die Stimmung für langfristige, tragfähige Entscheidungen wesentlich besser sein wird, darf bezweifelt werden.

Genauso zweifelhaft ist, dass der Dollar den seit Monatsbeginn auf den Euro ausgeübten Druck in gleicher Stärke aufrechterhalten kann. Der jüngste Kursrückgang der Einheitswährung endete am Freitag 15 Stellen vor unserer 1,1710er Unterstützung. Diese muss aber unterschritten werden, um weitere Schwäche auf 1,1605 folgen zu lassen. Zudem konzentriert sich störendes Angebot nun etwas tiefer bei 1,1860. Dort liegt auch gleichzeitig der Punkt für eine Euro-Stabilisierung, die nun deutlich schneller als zuvor erreicht werden kann.

GBP

EUR GBP (0,8790)

Kein Abkommen, kein Geld! So einfach sich die Botschaft von Brexit-Minister David Davis auch anhören mag, so kompliziert könnte sie die laufenden Verhandlungen gestalten. Denn damit widersprach Davis seinem Kabinettskollegen, Schatzkanzler Philip Hammond. Vergangene Woche ließ Hammond den Finanzausschuss des Parlaments wissen, Großbritannien werde in jedem Fall seinen Verpflichtungen gegenüber der EU nachgehen.

Der Ausflug des Euro aus seiner ehemaligen Konsolidierungszone (0,8720-0,9020) währte nicht lange. Am Freitag drehte der Markt schon vor unserer ersten Unterstützung (0,8650), um danach umgehend die erste Angebotsschicht abzuarbeiten. Dies könnte als Hinweis auf einen sogenannten „falschen Ausbruch“ gewertet werden, was sich jenseits von 0,8880 bestätigen würde. Daher ist letztere Marke entscheidend für den Euro. Wird sie überwunden, würde dies einen Wiederanstieg an das obere Ende des früheren Konsolidierungsbandes einläuten.

CHF

EUR CHF (1,1685)

Die Rating-Agentur Moody’s äußerte sich am Freitag zuversichtlich zum Schweizer Wirtschaftswachstum – sie glaubt an eine Belebung. Am Dreifach-A-Rating der Schweizer lässt sie ebenfalls keinen Zweifel aufkommen. Den Franken brachte das Lob nach mehreren Verlusttagen in Folge wieder ein kleines bisschen nach vorn. Der Euro wurde kurz vor seinem jüngsten Zwei-Jahres-Hoch abgefangen und vorerst am Ausbruch seiner Konsolidierungszone, die zwischen 1,1565 und 1,1740 verläuft, gehindert. Solange er über der 1,16er Marke handelt, hält er sich aber diese Möglichkeit – und damit Kursgewinne bis 1,1830 – offen.

PLN

EUR PLN (4,1970)

Heute soll die neue Regierung unter der Führung von Mateusz Morawiecki vereidigt werden. Am Freitagabend hatte sich Morawiecki bereits im polnischen Fernsehen zu verschiedenen Themen wie EU-Klimaschutz, Wachstum und Steuerpolitik geäußert. Was er sagte, klang eher nach Stabilität als nach Reformen. Entsprechend passend war die Nachricht am späten Freitagabend, dass die Ratingagentur Fitch die „A-“ Note aufrecht erhält und den Ausblick auf „stabil“ belässt. Der Euro fiel, wie erwartet, wieder zurück und schlug erneut den Weg in Richtung 4,1700 ein. Der Stabilitätspunkt liegt unverändert bei 4,2170.

Erhalten Sie aktuelle Nachrichten und Informationen über die weltweiten Devisenmärkte

Der Newsletter erscheint 5 mal pro Woche und berichtet von aktuellen Trends und Neuigkeiten in den Märkten.