Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • EUR/USD notiert heute Morgen etwas niedriger, da der deutsche Konsumklimaindex mit 9,8 gegenüber 10,0 und der französische Geschäftsklimaindex mit 104 gegenüber 107 etwas nachgegeben haben, was von den Marktteilnehmern so nicht erwartet wurde.
  • EUR/GBP ist auf den niedrigsten Stand seit dem 6. März gefallen (Tiefstkurs lag bei 0,8628 GBP), bevor um 10:30 Uhr die aktuellen britischen Einzelhandelsumsätze erscheinen.
  • Nachdem die US-Wertpapierbörsen gestern wieder zulegen konnten, ist die Risikoaversion erneut gesunken. EUR/JPY notiert weiterhin unterhalb von 120 JPY, während sich EUR/CHF wieder oberhalb der Marke von 1,0710 CHF bewegt.
  • Der US-Dollar befindet sich nach wie vor in unsicheren Gewässern, bevor Janet Yellen heute Abend eine Stellungnahme abgibt und der US-Kongress über die Obamacare abstimmt

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

USA – Abstimmung des US-Repräsentantenhauses über die Außerkraftsetzung der Obamacare

Deutschland (08:00 Uhr) – GfK-Konsumklimaindex (April) – Konsensprognose 10 gegenüber 10 im Vormonat

Frankreich (08:45 Uhr) – Geschäftsklimaindex (März) – Konsensprognose 107 gegenüber 107 im Vormonat

Eurozone (09:00 Uhr) – Sitzung des erweiterten Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt Vereinigtes Königreich (10:30 Uhr) – Einzelhandelsumsätze (Februar) – Konsensprognose 0,4% gegenüber -0,3% im Vormonat

USA (13:45 Uhr) – Stellungnahme Janet Yellens (Fed) in Washington

USA (15:00 Uhr) – Wohnimmobilienindex Neubau M/M (Februar) – Konsensprognose 0,7% gegenüber 3,7%

Eurozone (16:00 Uhr) – vorläufiger Vertrauensindex der Privathaushalte (März) – Konsensprognose -5,7 gegenüber -4,9 im Vormonat

USA (19:00 Uhr) – Stellungnahme von N. Kashkari (Fed in Minneapolis; 2017 stimmberechtigtes Mitglied des US-Offenmarktausschusses (FOMC))

Schwerpunkte am Vortag

Risikoaversion vorteilhaft für „Fluchtwährungen“; Südafrikanischer Rand steigt in den Bereich eines 19-Monatshochs; Brent-Index notiert unterhalb von 50 USD

Risikoaversion: Mehrere Ereignisse haben gestern die Risikofreude der Anleger getrübt und gleichzeitig die Nachfrage nach Fluchtwährungen zum Schutz vor bevorstehenden Turbulenzen gesteigert. Die starken Einbrüche an den US-Wertpapierbörsen, die am Dienstag aufgrund des nachlassenden Vertrauens in Trump und seine Fähigkeit, die angekündigten Steuer- und Haushaltsreformen umzusetzen, erfolgten, hat sich am Mittwoch auf den asiatischen und europäischen Börsenhandel ausgewirkt. Die Tatsache, dass Nordkorea weiter Raketentests durchführt und am Nachmittag in der Nähe des britischen Parlaments ein Attentat verübt wurde, hat die allgemeine Sorge an den Börsen erhöht. In der Folge verzeichneten der Yen und der Schweizer Franken gestern deutliche Anstiege. EUR/JPY gab gestern über 0,6% nach und fiel auf ein 3-Wochentief (Tiefstkurs: 119,66 JPY/Schlusskurs: 119,99 JPY). EUR/CHF sank um nahezu 0,4% in den Bereich seines bisherigen Wochentiefs (Tiefstkurs: 1,0684 CHF/Schlusskurs: 1,0703 CHF).

Südafrika: Der Südafrikanische Rand stieg gestern gegenüber dem Euro um 0,9% und nähert sich wieder einem 19-Monatshoch (EUR/ZAR Tiefstkurs: 13,53 ZAR/Schlusskurs: 13,56 ZAR). Trotz der allgemeinen Risikoaversion, die gestern an den Börsen herrschte, was sich normalerweise negativ auf Währungen von Schwellenländern auswirkt, konnte der Rand aufgrund positiver wirtschaftlicher Fundamentaldaten zulegen. Die Gesamtinflation fiel wie erwartet mit 6,3% auf den niedrigsten Stand der vergangenen fünf Monate und nähert sich somit der von der südafrikanischen Zentralbank (RBSA) festgelegten Zielspanne von 3-6%. Das Haushaltsdefizit ist 2016 gesunken und beläuft sich auf 1,7% des BIP, was einem 6-Jahrestief entspricht.

Rohöl: Gestern ist der Brent-Index erstmals seit dem am 30. November 2017 zwischen den OPEC-Staaten geschlossenen Abkommen wieder unter die Marke von 50 USD gefallen. Die Rohölpreise leiden ein wenig unter den Zweifeln der Anleger an der Bereitschaft und Fähigkeit der OPEC-Staaten, die Drosselung ihrer Fördermengen über eine längeren Zeitraum beizubehalten, um so wieder ein Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot herzustellen. Diese Zweifel sind vor allem darauf zurückzuführen, dass die Produktion in den USA ständig steigt. Die Rohöl-Lagerbestände sind gestern in den USA mit 533,1 Mio. Barrel erneut auf einen historischen Höchststand gestiegen. Die durch die wiederholte Schwäche der Rohölpreise und die Risikoaversion der Anleger angegriffene Norwegische Krone fiel gestern gegenüber dem Euro auf ein 4-Monatstief und EUR/NOK überstieg erstmals seit dem 9. November wieder die Marke von 9,20 NOK.

Themen Heute

Trump steht heute Abend vor dem Kongress ein erster wichtiger Test bevor; Augenmerk richtet sich um 13:45 Uhr auf Janet Yellen; britische Einzelhandelsumsätze um 10:30 Uhr

USA: Donald Trump, der die Abschaffung der Obamacare zu einer Priorität gemacht hat, und in diesem Zuge nicht zögert, die eigenen Steuer- und Haushaltsreformpläne aufzuschieben, steht heute Abend ein wichtiger Test vor dem Repräsentantenhaus bevor. Sollten die Abgeordneten seine Reformvorschläge des Gesetzes zum Schutz der Patienten und für bezahlbare staatliche Gesundheitsvorsorge ablehnen, würde das zwei deutliche Signale an die Marktteilnehmer senden: Das erste wäre, dass – obwohl er während seiner Wahlkampagne viele Versprechen gemacht hat und über eine Mehrheit im Parlament verfügt – die Verhandlungsfähigkeiten und Überzeugungskraft des neuen US-Präsidenten selbst in seinem eigenen Lager wohl doch geringer sind als gedacht. Die zweite Botschaft wäre, dass – sollte die Gesetzesvorlage heute abgelehnt werden und sich die Diskussion um eine Änderung der Obamacare in die Länge ziehen, sich die Steuer- und Haushaltsreformpläne wohl noch eine ganze Weile hinziehen könnten. Das wiederum dürfte das bereits an den US-Börsen bestehende Misstrauen gegenüber Trump verstärken. 26 Abgeordnete haben bereits öffentlich erklärt, dem neuen Gesetz nicht zustimmen zu wollen, was bedeutet, dass der Entwurf höchstwahrscheinlich abgelehnt werden dürfte.

Fed: Eine Woche nachdem die Leitzinsen in den USA erhöht wurden und man sich für eine schrittweise Erhöhung der Zinssätze im Land ausgesprochen hat, tritt Janet Yellen bei einer von der Fed in Washington organisierten Veranstaltung als Rednerin auf. Auch wenn es recht unwahrscheinlich ist, dass die Fed-Chefin sich anders äußert als noch in der vergangenen Woche, werden die Anleger dennoch aufmerksam verfolgen, welche Signale oder Hinweise ihre Rede enthält.

Vereinigtes Königreich: Der starke Anstieg der Inflation am Dienstag hat Spekulationen auf eine eventuell bald bevorstehende Leitzinserhöhung im Vereinigten Königreich aufkommen lassen. Die britischen Zentralbanker ließen im März tatsächlich durchblicken, dass diese Möglichkeit besteht, falls sich die wirtschaftlichen Fundamentaldaten verbessern. Auch wenn bisher nur wenige auf eine derartige Entwicklung spekulieren, könnte sich dies mit Erscheinen weiterer britischer Konjunkturdaten ändern. Man geht davon aus, dass die heute Morgen erscheinenden Einzelhandelsumsätze für Februar leicht gestiegen sind (Konsensprognose: +0,4% M/M), was diese Stimmung untermauern könnte und dem Pfund, das am Dienstag mit 0,8650 GBP gegenüber dem Euro auf ein 2-Wochenhoch gestiegen ist, zusätzlichen Rückenwind verleihen könnte.

CHF:

Der Schweizer Franken konnte gestern stark von der weltweiten Risikoaversion an den Finanzbörsen profitieren. Somit fiel der Kurs des Währungspaars EUR/CHF um nahezu 0,4% auf 1,0684 CHF, was dem bisherigen Wochentief entspricht. Die positive Bewertung des Euro und die Tatsache, dass die politischen Unsicherheitsfaktoren in Europa in der jüngsten Zeit etwas gesunken sind, stellt sicher, dass EUR/CHF weiter im Bereich von 1,0710 CHF notieren wird. Nach den Verlusten des Vortags könnte sich der Kurs im Zuge einer Normalisierung heute wieder ein wenig erholen. Dennoch reagiert der Kurs des Währungspaars nach wie vor sensibel auf politische Neuigkeiten aus Frankreich und weltweite geopolitische Einflüsse.

EUR:

Mit Ausnahme des Australischen Dollar hat der Euro gestern gegenüber allen Währungen der G10-Staaten nachgegeben, vor allem gegenüber dem Yen und dem Schweizer Franken, da das Börsengeschehen von Risikoaversion geprägt war. Auch wenn die politische Unsicherheit nach dem Sieg der Demokraten in den Niederlanden gesunken ist und Emmanuel Macron laut Umfragen bei der ersten TV-Debatte im Zusammenhang mit den französischen Präsidentschaftswahlen überzeugend auftrat, sind die Anleger nach wie vor vorsichtig und tendieren dazu, ihre Euro-Positionen in turbulenten Zeiten nicht weiter auszubauen.

EUR/USD näherte sich gestern seinem bisherigen Jahreshoch (1,0828 USD am 2. Februar) und kletterte auf einen Höchstkurs von 1,0825 USD, was vor allem auf den Baisse-Druck zurückzuführen ist, der derzeit auf dem US-Dollar lastet. Gegen Ende des Tages gab der Kurs wieder etwas nach und schloss unterhalb der Marke von 1,08 USD, was zu bestätigen scheint, dass es sich hierbei um einen charttechnisch wichtigen Widerstandspunkt handelt.

Heute folgen Konsumklima- und Geschäftsklimaindizes aus Deutschland, Frankreich und der Eurozone. Insgesamt scheint der Euro von den Fundamentaldaten kaum beeinflusst zu werden. Es sind vor allem die politischen Themen, die bei der europäischen Einheitswährung zu Volatilität führen, was wohl noch eine gewisse Zeit so bleiben dürfte.

USD:

Der Dollar bewegt sich in unsicherem Gewässer: Mal besteht Abwärtsdruck aufgrund des nachlassenden Optimismus im Hinblick auf die Präsidentschaft Donald Trumps und seine Fähigkeit, Reformen im Land durchzusetzen, mal tendiert der Kurs, aufgrund erhöhter Nachfrage nach Fluchtwährungen, nach oben. Dennoch befindet sich der US-Dollar-Index nach wie vor auf einem 3-Wochentief, da im Optionshandel eine Reduzierung der Long-Positionen auf US-Dollar seitens der Anleger erkennbar zu sein scheint, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg gestern berichtete. Es scheint, als bestätige sich der Vertrauensverlust in Donald Trump, von dem wir in der gestrigen Ausgabe gesprochen haben. Heute Abend steht ihm ein Vertrauenstest vor dem Abgeordnetenhaus bevor, wo über die Reform der Obamacare abgestimmt wird (siehe auch Schwerpunkte des Tages). Sollte die Gesetzesvorlage abgelehnt werden, könnte der US-Dollar erneut an Boden verlieren, da das Misstrauen der Marktteilnehmer gegenüber Donald Trump dadurch weiter steigen könnte.

Abgesehen von der Abstimmung über die Reform der Obamacare, die gegen Ende des Tages (bzw. in Europa in der Nacht) erfolgen dürfte, werden die Marktakteure wohl auch mit Aufmerksamkeit den ersten öffentlichen Auftritt Janet Yellens seit der letztwöchigen Erhöhung des US-Leitzinses verfolgen.

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