Globale Themen

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Die wichtigen Ereignisse des gestrigen Tages

UK: Beide Häuser des britischen Parlaments haben das ursprüngliche Brexit-Gesetz ohne Änderungen gebilligt. Dies bedeutet, dass Theresa May jetzt wirklich befugt ist, Artikel 50 auszulösen, wenn sie dies will. Einige Quellen gehen davon aus, dass sie bis Ende des Monats warten dürfte, bis sie dies ankündigen wird. 

UK (Zusatz):  Die schottische Premierministerin Nicola Sturgeon ließ verlauten, dass sie angesichts der von Theresa May gewählten Strategie keine andere Wahl habe, als eine neue Volksabstimmung zur schottischen Unabhängigkeit bis Herbst 2018/Frühjahr 2019 zu fordern. Eine derartige Volksabstimmung kann aber ohne Zustimmung des britischen Parlaments nicht organisiert werden. Nach Informationen der Zeitung Times wird sich May gegen die Organisation einer solchen Volksabstimmung in den nächsten 2 Jahren (dem Zeitraum der Verhandlungen mit der EU) wehren.

Merkel/Trump: Das ursprünglich für Dienstag vorgesehene Treffen zwischen Angela Merkel und Donald Trump wurde aufgrund eines Schneesturms, der eventuell eine Landung in den USA verhindert hätte, auf Freitag verschoben. Gestern ließ die deutsche Kanzlerin noch verlauten, dass sie sich auf ihr persönliches Zusammentreffen mit dem US-Präsidenten freue und dass sie mit ihm über den freien Handel reden wolle, da die USA ein wichtiger Handelspartner Deutschlands und der EU sei.

Polen: Die polnische Zentralbank hat gestern die neuesten wirtschaftlichen Prognosen für den Zeitraum 2017-19 vorgestellt. Die Bank geht für 2017 von einer Wachstumsrate von 3,7%, 2018 von 3,3% und 2019 von 3,2% aus. Was die Inflationsrate angeht, sollte diese bis 2019 unter dem von der Bank gesetzten Ziel von 2,5% liegen. Die Zentralbank unterstrich erneut, dass die polnische Währung billig sei und ihr Wert den derzeitigen starken Wirtschaftsdaten nicht Rechnung trage.

Die wichtigen Ereignisse Heute

Deutschland: Die heute Morgen veröffentlichen Zahlen bestätigen, dass die Inflationsrate im Februar den höchsten Wert seit August 2012 erreicht hat (2,2% im Jahresvergleich). Ebenfalls wichtig sind heute die neuesten ZEW-Stimmungsdaten. Die Experten gehen sowohl bei deutschen Investoren als auch bei den Analysten in Bezug auf die Wirtschaftsprognose für das Land von einer Verbesserung des Index aus (Konsensprognose 13,1 gegenüber 10,4 im Februar).

Industrieproduktion in der Eurozone (11:00 Uhr): Konsensprognose = 1,3% M/M und 0,9% J/J gegenüber -1,6% und 2,0% im Dezember.

China: Die heute Morgen veröffentlichten statistischen Daten (Verkäufe von neuen Immobilien, Industrieproduktion, Investitionen in Städten) deuten darauf hin, dass sich zu Beginn des Jahres 2017 die Geschäftsumgebung in China verbessert hat. Der einzige dunkle Fleck ist der starke Rückgang des Wachstums der Umsätze im Einzelhandel auf ein 2-Jahrestief (9,5% J/J im Januar im Vergleich zu 10,9% im Dezember)

OPEC-Monatsbericht: Die Ölpreis könnte weiter absacken (letzte Woche wurde gemäß WTI-Index ein 3-Monatstief von unter 50 USD erreicht), wenn aus dem OPEC-Monatsbericht hervorgehen sollte, dass die Mitglieder es nicht schaffen werden, die Ölproduktionsquoten einzuhalten, die von der Organisation vorgegeben worden waren.  

Inflation in Polen (14.00 Uhr): Konsensprognose = 2,1% J/J gegenüber-1,8% im Januar

Derzeitige Trends auf den Devisenmärkten

EUR: Es kam gestern nach den starken Zuwächsen letzten Freitag und am Montagmorgen in Asien zu einer Normalisierung des Eurokurses nach unten. Die politischen Ungewissheiten sind weiterhin ein wichtiger Faktor für den Euro. Die für Mittwoch vorgesehenen Wahlen in den Niederlanden könnten die Befürchtungen der Investoren wiederaufleben lassen. Wir erleben derzeit eine Stabilisierung des EUR/USD-Kurses bei einem Interventionsniveau von 1,0650 USD. Für heute wird eine nur geringe Volatilität erwartet, da die wichtigsten Ereignisse erst für morgen anstehen. Das politische Risiko könnte sich diese Woche auf den Euro auswirken.

USD: Für heute stehen wenige Schlüsseldaten an. Die Fed beginnt morgen ihre zweitägige Sitzung, welche zu einer Ankündigung einer neuen Zinsanhebung am Mittwoch führen könnte. Die Märkte fragen sich, ob die FED eine Beschleunigung des Kurses der Zinserhöhungen ankündigen wird oder - angesichts der Ungewissheit in Bezug auf das wirtschaftliche Programm des Weißen Hauses - bei ihrem Plan von 3 Zinsanhebungen pro Jahr bis 2019 bleibt. Aggressivere Töne von Yellen könnten dem USD Auftrieb verleihen. In Erwartung dieses wichtigen Ereignisses könnte der Dollar weiter ohne klare Richtung fluktuieren.

GBP: Das Pfund ist heute Morgen in Katerstimmung, da alle Zuwächse von gestern nach Annahme des Brexit-Gesetzes durch beide Häuser des Parlaments zunichtegemacht wurden. Das genaue Datum der Auslösung von Artikel 50 ist noch unbekannt. Aber die Sache wird jetzt ernst und zwar mit all den Ungewissheiten, die damit verbunden sind. Heute Morgen ließ ein Vertreter des Zeitarbeitsunternehmens Manpower verlauten, dass die britischen Unternehmen in Erwartung des Brexits ihre Einstellungspläne auslaufen lassen. Der EUR/GBP-Kurs ist auf dem Weg in Richtung der Erreichung des Schwellenwertes von 0,88 GBM (fast ein 2-Monathöchstwert). 

CHF: Die gestern veröffentlichten wöchentlichen Statistiken der Schweizer Zentralbank in Bezug auf Sichteinlagen ergaben, dass die Schweizer Zentralbank während der letzten Wochen weit weniger aktiv war. Was uns überraschte ist, dass der EUR/CHF-Kurs gestern stark absackte, als das Währungskreuz während der Sitzung in Asien den gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage überschritt. Es kam vermutlich zu Gewinnmitnahmen seitens der Anleger, obgleich die politischen Risiken in Europa weiterhin hoch bleiben. Der jüngste EUR/CHF-Kurs scheint langfristig nicht tragfähig, da die Investoren vermutlich den Schweizer Franken weiterhin als sicheren Hafen angesichts potenzieller Unruhen auf den europäischen Märkten vor den wichtigen Wahlen in Frankreich und Deutschland verwenden werden.

PLN: Ein Anstieg der Leitinflationsrate auf über 2% im Februar - das erste Mal seit vier Jahren - könnte dem polnischen Zloty Auftrieb verleihen. Starke Unterstützung des EUR/PLN-Wechselkurses bei 4,32 PLN.

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