Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • EUR/USD näherte sich während des asiatischen Handelstags der Marke von 1,0750 USD (1,0746 USD), da die Anleger nach der Fed-Sitzung enttäuscht waren.
  • Die japanische Zentralbank (BoJ) hat den gegenwärtigen geldpolitischen Kurs beibehalten, d.h. sie deckelt weiterhin den Zinssatz für Anleihen mit 10-jähriger Laufzeit bei 0%. Der Yen konnte heute Morgen leicht zulegen, sodass EUR/JPY bei 121,50 notiert.
  • Die Schweizerische Nationalbank (SNB) behält ebenfalls den aktuellen geldpolitischen Kurs bei und verfolgt weiter die Strategie gezielter Devisenmarktinterventionen. EUR/CHF bewegt sich weiterhin unterhalb von 1,0710 CHF. Das Währungspaar scheint vom Ausgang der niederländischen Wahlen unberührt.
  • Die Rohölpreise sind heute Morgen um über 1% gestiegen. Brent notiert oberhalb von 52,0 USD.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Australien (01:30 Uhr) – Arbeitslosenrate (Februar) – Konsensprognose 5,7% gegenüber 5,7% im Vormonat

Japan (04:00 Uhr) – Geldpolitische Beschlüsse der BoJ (Januar) – die Entscheidung entsprach der Konsensprognose, d.h. der Leitzins bleibt bei 0,1%

Niederlande (05:00/06:00 Uhr) – Ausgang der Parlamentswahlen in den Niederlanden

Schweiz (09:30 Uhr) – Leitzinsentscheid der SNB – die Entscheidung entsprach der Konsensprognose, d.h. der Zins auf Sichteinlagen bei der SNB bleibt bei -0,75%

Norwegen (10:00 Uhr) – Leitzinsentscheid der Norges Bank (Februar) – Konsensprognose: Beibehaltung des Leitzinses von 0,5% 

Eurozone (11:00 Uhr) – endgültige Gesamtinflation M/M (Februar) – Konsensprognose 2,0% gegenüber 2,0% im Vormonat

UK (13:00 Uhr) – Leitzinsentscheid der Bank of England (BoE) – Konsensprognose: Beibehaltung des Leitzinses von 0,25%

USA (13:30 Uhr) – Baugenehmigungen M/M (Februar) – Konsensprognose -2,6% gegenüber 5,3% im Vormonat

USA (13:30 Uhr) – Baubeginn M/M (Februar) – Konsensprognose 1,1% gegenüber -2,6% im Vormonat

Schwerpunkte am Vortag

Fed nimmt Leitzinserhöhung vor, aber kein Hinweis auf schnellere Normalisierung der Leitzinsen in Aussicht; EZB-Direktoriumsmitglied dämpft Eifer der Marktteilnehmer; Deutsche Bank in puncto EUR/USD weniger pessimistisch; britische Arbeitslosenrate auf niedrigsten Stand seit 1975; Umfragen zeigen, dass die Schotten von der Unabhängigkeit nicht allzu begeistert sind

Fed: Wenig überraschend erhöhte die Fed gestern ihren Leitzins um 25 Basispunkte. Damit hatte man an den Börsen bereits gerechnet. Da man aufgrund der optimistischen Äußerungen der Fed-Führungsspitze in den letzten Wochen davon ausging, dass die Erhöhung der Leitzinsen sich möglicherweise in den nächsten Monaten schneller vollziehen könnte als erwartet, musste man mit einer gewissen Enttäuschung zur Kenntnis nehmen, dass die Fed ihre geldpolitische Agenda für 2017 und 2018 wohl nicht zu ändern plant. Sie geht von zwei weiteren Erhöhungen im Jahr 2017 und drei im Jahr 2018 aus. Janet Yellen bestätigte, dass die Fed eine „schrittweise“ Normalisierung plane und dass die im März gefällte Entscheidung keineswegs bedeute, dass man die wirtschaftlichen Aussichten, die man im Dezember dargelegt hat, mittlerweile anders bewerte. Man darf davon ausgehen, dass die Fed diese Strategie beibehalten wird, bis sie weitere Einzelheiten über die geplanten Wirtschaftsreformen in Erfahrung gebracht hat, die das Weiße Haus umzusetzen plant, und deren potenzielle Auswirkungen auf die Wirtschaft kennt.

EZB: Peter Praet, ein EZB-Direktoriumsmitglied, erklärte, dass die derzeitigen Preissteigerungsraten, deren Dauerhaftigkeit in Frage stünden, nicht ausreichten, um eine Änderung der aktuellen geldpolitisch lockeren Ausrichtung der Europäischen Zentralbank zu rechtfertige. Damit versuchte er den Eifer der Marktteilnehmer ein wenig zu dämpfen, da diese bereits begonnen haben, mit einer Kursänderung zu rechnen, nachdem am Freitag in den Medien ein Bericht erschien, in dem es hieß, die EZB erwäge eventuell noch vor Beendigung der quantitativen Lockerungsmaßnahmen (QE) eine Leitzinserhöhung. „Wir haben nicht vor, Stufen zu überspringen“, erläuterte er.

EUR/USD-Prognosen: Die Deutsche Bank, die bezüglich des Kurses des Währungspaars EUR/USD am pessimistischsten war, geht von der Möglichkeit einer kurzfristigen Erholung des Kurses aus. Man erhöhte die EUR/USD-Prognose für das 2. Quartal 2017 von 1,00 auf 1,08 USD und für das 3. Quartal 2017 von 0,98 auf 1,03 USD. Sie behält jedoch ihre Prognose von 0,95 USD bis zum Jahresende bei, da sie davon ausgeht, dass die Divergenz zwischen der Geldpolitik der Fed und der EZB den Wechselkurs stark belasten dürfte.

Vereinigtes Königreich: Die britische Arbeitslosenrate förderte gestern für Januar einen großen Gegensatz zutage: Während die Arbeitslosenrate völlig unerwartet auf den niedrigsten Stands seit 1975 fiel (4,7% gegenüber 4,8%) – ein Niveau, das dem bereits 2005 erreichten ähnelte – fiel der Anstieg der Löhne und Gehälter deutlich niedriger aus als erwartet und fiel auf ein 5-Monatstief (2,3% J/J gegenüber erwarteten 2,5% und 2,6% im Dezember). Aufgrund des Drucks unter dem die Reallöhne angesichts des inflationären Umfelds stehen, könnte die britische Wirtschaft hiervon deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden, da der Konsum der Privathaushalte entsprechend nachgeben dürfte. Somit dürfte die Hoffnung auf eine Erhöhung der Leitzinsen durch die BoE in diesem Jahr wohl weiter sinken.

Schottland: Eine vom Meinungsforschungsinstitut Survation durchgeführte Umfrage ergab, dass 53% der befragten Personen gegen eine Abspaltung Schottlands wären. Die Umfrage von YouGov ergab, dass 57% der Schotten Teil des Vereinigten Königreichs bleiben möchten. Eine Umfrage von ScotCen ergab, dass 46% der Schotten für die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich stimmen würden.

Themen Heute

Populistische Bedrohung in den Niederlanden ausgebremst; BoJ behält geldpolitischen Kurs bei; Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der SNB, Norges Bank und BoE

Niederlande: Obwohl man bei den niederländischen Wahlen mit einem starken Anstieg der Wählerstimmen für die rechtspopulistischen Kräfte – als Symbol für den Anstieg der Macht populistischer und nationalistischer Bewegungen in Europa – ausging, stellte sich dieser als moderat heraus. Die rechtspolitische Partei unter Parteichef Geert Wilders sicherte sich mit 20 Sitzen im Parlament den zweiten Platz und erlangte fünf Sitze mehr als 2012. Damit blieb sie jedoch weit hinter der liberalen VVD unter dem ausscheidenden Premierminister Mark Rutte, die 33 Sitze erhielt und als großer Sieger aus den Wahlen hervorging. Eine wichtige Tatsache dieser Wahlen ist, dass die Wahlbeteiligungen mit 80% äußerst hoch ausfiel und die pro-europäischen Christdemokraten und die D66 deutlich zulegen konnten, was zeigt, dass die Bevölkerung massiv gegen den Anstieg des Nationalismus und Populismus im Land mobil macht. Da man diese Wahlen als Barometer für die im Frühling bevorstehenden französischen Wahlen betrachtet, ist der Ausgang in den Niederlanden ein positives Signal, das heute Morgen an die europäischen Börsen gesendet wurde.

Japanische Zentralbank: Die BoE gab heute Morgen bekannt, dass sie ihre Geldpolitik unverändert beibehält und die Zinssätze für lang- und kurzfristige Anleihen nach wie vor deckelt (Zinssatz für 10-jährige Anleihen nach wie vor bei 0%). In ihrem offiziellen Kommuniqué zeigte sich die Zentralbank moderat optimistisch, was die wirtschaftlichen Aussichten des Landes angeht, die sich schrittweise verbessern. Vorrangiges Ziel der BoJ ist es nach wie vor, die Inflation dauerhaft im Bereich von 2% zu halten. Aus diesem Grund hält sie die Anleihezinsen weiter unter Kontrolle. Auch wenn sich die Divergenz zur Geldpolitik der USA gestern durch die Entscheidung der Fed, den Leitzins erneut zu erhöhen, weiter vergrößert hat, plant der japanische Zentralbankgouverneur Haruhiko Kuroda nicht, in der nächsten Zeit die Deckelung des Zinssatzes für 10-jährige Anleihen von 0% aufzuheben, auch wenn das unter den Marktteilnehmern verstärkt thematisiert wird.

SNB: Die starke Volatilität, die das Währungspaar EUR/CHF in den letzten Tagen geprägt hat – der Kurs fluktuierte in den letzten vier Handelstagen zwischen 1,0697 und 1,825 CHF – zeigt eine gewisse Instabilität des Kurses und bestätigt vor allem, wie sensibel der Schweizer Franken auf die politischen Entwicklungen in Europa reagiert, die sehr ungewiss sind. In diesem Zusammenhang stellt sich für die SNB die Frage, welche Mittel sie noch zur Verfügung hat, falls der Kurs des Schweizer Franken in den nächsten Wochen, in denen die französischen Präsidentschaftswahlen immer näher rücken, deutlich steigen sollte. Da die Fremdwährungsreserven sich bereits auf dem höchsten Stand seit Dezember 2014 befinden (dem Monat, der der Aufgabe des Mindestkurses von 1,20 CHF vorausging) stellen die Marktteilnehmer diese Möglichkeiten infrage. Auch wenn man nicht davon ausgeht, dass bei dieser ersten geldpolitischen Sitzung des Jahres eine deutliche Kursänderung vorgenommen wird, könnte sich die SNB im Rahmen der Sitzung öffentlich über ihre künftigen Pläne äußern.

Norges Bank: Laut 17 von Reuters befragten Wirtschaftsexperten, wird die norwegische Zentralbank ihren Leitzins von 0,5% im Rahmen der heutigen Sitzung beibehalten. Da die Kerninflation (ohne Energie- und Lebensmittelpreise) in Norwegen in den letzten Monaten deutlich gesunken ist und im Februar auf ein 43-Monatstief zurückgefallen ist, dürfte die Zentralbank vorsichtig taktieren und die Möglichkeit einer Leitzinssenkung vor dem Jahresende im Raum stehen lassen. Die Marktteilnehmer gehen derzeit zu 40% von einer Leitzinssenkung im 4. Quartal 2017 oder 1. Quartal 2018 aus.

BoE: Nach den letzten Hinweisen auf eine Abkühlung der Wirtschaft, vor allem eines Rückgangs der Kaufkraft der privaten Haushalte bei gleichzeitig ansteigender Inflation und einer Verlangsamung des Anstiegs der Löhne und Gehälter, scheint eine Leitzinserhöhung in diesem Jahr unwahrscheinlicher geworden zu sein. Man geht davon aus, dass die BoE ihre neutrale Haltung anlässlich dieser Sitzung beibehalten wird, wobei sie möglicherweise den Boden für neue Lockerungsmaßnahmen bereiten könnte, falls sich die wirtschaftliche Lage in den nächsten Monaten verschlechtern sollten.

CHF:

Auch wenn die Wahlergebnisse aus den Niederlanden in Anbetracht der mit den Wahlen verbundenen Risiken eher beruhigend wirken dürften, legte der Kurs des Währungspaars EUR/CHF nicht so kräftig zu, wie man es vielleicht erwartet hätte. Die europäischen Anleger scheinen die Nachricht zwar positiv aufgenommen zu haben, bleiben aber dennoch skeptisch. Man hütet sich, den Tag vor dem Abend zu loben. Die SNB behielt heute Morgen ihren aktuellen geldpolitischen Kurs bei und erklärte, sie werde nach wie vor sporadisch an den Devisenmärkten intervenieren, um den Druck auf den noch immer als überbewertet eingestuften Schweizer Franken abzudämpfen. Zwar räumt die SNB eine Verbesserung der weltweiten Konjunktur ein, doch betrachtet sie die künftigen Aussichten der Schweizer Wirtschaft nach wie vor mit gedämpftem Optimismus. Die SNB verhält sich im Vorfeld der wichtigen politischen Ereignisse, die in der Eurozone bevorstehen, abwartend, und behält die wirtschaftlichen Risiken auf regionaler und weltweiter Ebene im Auge. Das Leitmotiv der SNB scheint zu sein, das Eile nicht lohnt.

EUR:

An den europäischen Börsen herrschte eine gewisse Befreiung, als man die Ergebnisse der niederländischen Wahlen heute Morgen las. Auch wenn die politische Koalition angesichts der Anzahl der Teilnehmer auf wackeligen Füßen stehen könnte (mögliche Koalition aus 5/6 Parteien), ist das Ergebnis, zu dem man heute Morgen kommen konnte, dass es zwar Protestbewegungen und populistische Bewegungen gibt, diese sich aber an den Wahlurnen noch nicht niederschlagen. Die niederländischen Bürger haben mobil gemacht, um gegen die Geert Wilders’ PVV Front zu machen, wie man anhand der hohen Wahlbeteiligung sieht. Das lässt für die französischen Wahlen hoffen, bei denen die extreme Rechte ebenfalls zu den Favoriten zählt.

EUR/USD profitierte heute deutlich von der Enttäuschung, die gestern durch die geldpolitische Sitzung der Fed und die Bestätigung Janet Yellens hervorgerufen wurde, dass man plant, den Leitzins in den nächsten Monaten schrittweise zu erhöhen. Der Kurs konnte gestern um mehr als 1,2% zulegen und notiert auf einen 2-Monatshoch. Die Tatsache, dass die niederländischen Rechtspopulisten weniger Stimmen auf sich vereinigen konnten, hat die Leidenschaft, die in Bezug auf das Währungspaar herrscht, andauern lassen. Während des asiatischen Handelstages stieg der Kurs auf einen Höchstkurs von 1,0746 USD, und damit auf den höchsten Stand seit dem 6. Februar.

USD:

Die Anleger haben die Ausführungen Janet Yellen während der Pressekonferenz mit Enttäuschung aufgenommen (siehe auch Schwerpunkte des Tages). Die Marktakteure haben die Entscheidung, den Leitzins schrittweise zu erhöhen, negativ aufgenommen, da die jüngsten Stellungnahmen einiger US-Zentralbanker die Vermutung nahelegten, der Normalisierungsprozess könne beschleunigt werden. Der Zinssatz für Anleihen mit 2-jähriger Laufzeit fiel um sechs Basispunkte unter 1,32 % und der für 10-jährige fiel gestern um neun Basispunkte auf 2,5 %. Dieser Baisse-Trend bei den Zinssätzen strafte den US-Dollar ab: Der US-Dollar-Index fiel auf ein 1-Monatstief.

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