Globale Themen

Eine kleine Hochrechnung

USD

EUR USD (1,1660)

Feiertage wie der gestrige Unabhängigkeitstag in den USA verlaufen normalerweise ausgesprochen ruhig. Dies war auch gestern der Fall. Und das einzig nennenswerte Wirtschaftsdatum, das die Eurozone betraf, gab dem Euro auch keine Impulse. Und das, obwohl der Einkaufsmanagerindex der Dienstleister (Markit) besser als erwartet ausgefallen war. Vielmehr scheint die Akteure vor allem immer noch das Handelsstreit-Thema zwischen den USA und China bzw. dem Rest der Welt zu beschäftigen. Wir schrieben bereits gestern, dass die Importe von chinesischen Waren in die USA im vergangenen Jahr ein Volumen von 505 Milliarden EUR umfasst haben. Auf der Gegenseite hat China nur Güter in Höhe von 129,9 Milliarden USD aus den Vereinigten Staaten importiert. Auch wenn dieser Wert einen Rekord darstellt, bleibt das Verhältnis der Importe asymmetrisch. Und wenn man sich nun vorstellt, dass jeder Strafzoll eine Reaktion der Gegenseite in gleicher Höhe nach sich zieht, kann man sich ausrechnen – sofern man die Summe der gemeinsamen Importe von insgesamt 635 Milliarden USD vom vergangenen auf das laufende Jahr überträgt – wohin das führen kann. Weil aber die Verteilung dieses Volumens nicht symmetrisch ist, kann China zumindest auf dem Feld der zu besteuernden Waren nicht Gleiches mit Gleichem vergelten und müsste sich daher andere Maßnahmen vorbehalten – etwa die Abwertung der eigenen Währung. Und was den Rest der Welt angeht, stehen angedrohte Zölle auf importierte Autos, Kleinlaster und Ersatzteile – alles natürlich im Namen der nationalen Sicherheit – mit einem Gesamtvolumen von fast 335 Milliarden USD Gegenwert zur Debatte. Ganz zu schweigen vom NAFTA-Abkommen, das US-Präsident Donald Trump gerne verändern möchte – der Handel der USA mit Kanada und Mexiko in einem Gesamtvolumen von 1,1 Billionen USD ist nämlich größer als der mit China, Japan, dem Vereinigten Königreich und Deutschland zusammen. Und wenn man sich ausmalt, wie die Eskalation im Handelskrieg tatsächlich Schlag auf Schlag erfolgt, ist es kein Wunder, wenn es dem einen oder anderen Akteur schwindlig wird.
Ebenfalls interessant für Händler dürfte die zu Wochenanfang veröffentlichte Statistik des IWF zu den Fremdwährungsreserven der Zentralbanken im ersten Quartal gewesen sein. Danach betragen diese global umgerechnet rund 11,6 Billionen USD, aufgeteilt in verschiedene Währungen. Dabei ist der Anteil von US-Dollar mit 62 Prozent nicht nur die größte Position, sondern gegenüber dem Vorjahresquartal nur geringfügig verändert. Auch für den Euro, der zuletzt 20,4 Prozent der Reserven ausmachte, ergab sich nur eine kleine Änderung. Mit anderen Worten: Es gab keine wesentlichen Verschiebungen, die sich auf den Wechselkurs des Euro hätten auswirken können. Denn man kann sich vorstellen, welche Kapitalströme entstehen, wenn nur ein Prozent dieser Fremdwährungsreserven von der einen in die andere Währung umgetauscht werden. Beim Euro hat sich unterdessen wenig Neues ergeben – er bewegt sich nach wie vor innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1850.

GBP

EUR GBP (0,8810)

Die Reihe positiver Wirtschaftsdaten für das Vereinigte Königreich ist gestern noch einmal erweitert worden. Denn nun ist auch der Einkaufsmanagerindex der Dienstleister unerwartet gestiegen. Während Ökonomen im Mittel einen Index gegenüber Mai von unverändert 54,0 erwarteten, zeigten die Zahlen von Markit nun einen Wert von 55,1. Kein Wunder, dass nach den guten Zahlen für das verarbeitende Gewerbe, die bereits am Montag publiziert wurden, nunmehr die Wachstumserwartungen nach oben geschraubt wurden: IHS Markit vermutet, dass sich das Wachstum im zweiten Quartal mit 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal verdoppelt hat. Und das, obwohl wegen der Brexit-Unsicherheit vielerorts Investments zurückgehalten worden seien. Gleichzeitig haben sich damit die Erwartungen auf einen Zinsschritt am 2. August etwas erhöht. Sterling präsentierte sich damit ebenfalls noch stabiler als am Vortag, so dass der schwache Aufwärtstrend des Euro erwartungsgemäß fast zum Erliegen gekommen ist. Unterdessen ist die Gemeinschaftswährung bereits wieder in ihre frühere Konsolidierungszone zwischen 0,8690 und 0,8840 eingetaucht, wobei der Aufwärtstrend erst unterhalb von 0,8770 vollends zum Erliegen käme.

CHF

EUR CHF (1,1580)

Minimal fester und ohne fundamentalen Antrieb präsentiert sich der Euro gegenüber dem Franken, ohne dabei jedoch seine breite Konsolidierung zwischen 1,1475 und 1,1655 verlassen zu können.

PLN

EUR PLN (4,3800)

Ein Statement vom Chef der Polnischen Nationalbank, Adam Glapinski, wonach sich die polnische Inflationsrate während der kommenden Quartale in der Nähe ihrer Zielzone bewegen würde – der Konsumentenpreisindex lag im Juni bei 1,9 Prozent – hat dem Zloty eine Verschnaufpause gebracht und dem Euro einen Rücksetzer. Dennoch bleibt der Aufwärtstrend für die Gemeinschaftswährung in seiner steilen Version bis 4,4390 erhalten, während wir die Untergrenze für dieses Szenario abermals anheben, jetzt auf 4,3680.

Erhalten Sie aktuelle Nachrichten und Informationen über die weltweiten Devisenmärkte

Der Newsletter erscheint 5 mal pro Woche und berichtet von aktuellen Trends und Neuigkeiten in den Märkten.